Katja Ebstein Stiftung - Für eine enkeltaugliche Zukunft
Hintergründe zum Thema Kinderarmut
1. Berichtslage
In den vergangenen zwei Jahren sind u.a. folgende Berichte erschienen, die sich dezidiert mit dem Thema Armut/Familienarmut/Kinderarmut befassen:
  • Friedrich Ebert Stiftung, Vorbericht zur Studie „Gesellschaft im Reformprozess“
  • Kinder- und Jugendsurvey des Robert-Koch-Instituts Berlin
  • Armutsbericht des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtverbands
  • EU Bericht zum Sozialschutz und zur sozialen Eingliederung
  • UNICEF Studie zur Situation der Kinder in den Industrieländern
  • Bericht zur Sozialen und Gesundheitlichen Lage von kleinen Kindern in Brandenburg

2. Armutsbegriff
Durchgängig legen alle Berichte einen zeitgemäßen Armutsbegriff zugrunde, der nicht mehr das durchschnittliche Familieneinkommen als Grundlage nimmt, sondern sich wie folgt zusammensetzt:
  • materiell („materielle Armut“) aus der Tatsache, dass die Betroffenen Sozialhilfeempfänger bzw. Leistungsempfänger nach SGBII („Hartz IV“), hinzutreten, des weiteren
  • die Faktoren („soziale Armut“):
    • Arbeitslosigkeit
    • schlechte Bildung
    • unzulängliche gesundheitliche Versorgung
    • Mängelsituation im häuslichen Wohn- und Lebensumfeld sowie
    • keine Urlaubs- oder Freizeiterfahrungen
  • daraus folgend
    • generell schlechte Lebenschancen
    • negative Prägungen durch das Elternhaus, das seinerseits die Sinnlosigkeit des Lebens verkörpert
    • geringes Selbstwertgefühl mangels sozialer Beteiligung (z.B. Freizeitsport; Schulfahrten, Ferienerlebnisse) mit der Folge einer umfassenderen Orientierungslosigkeit für den eigenen Lebensweg

3. Zahlen (ergänzend zu Berlin und Brandenburg) stichwortartig
  • Jedes fünfte Kind in der EU ist in diesem Sinne arm
  • Lt. EU Sozialbericht liegt Deutschland im Mittelfeld und unter dem Durchschnitt der EU weiten Kinderarmut (14% der Kinder in Gesamtdeutschland sind arm)
  • Es leben in Deutschland 20.000 Straßenkinder
  • in München leben 13% der Kinder in Armut (Durchschnitt); in 10 der 25 Stadtbezirke liegt die Kinderarmut zwischen 15 und 25%

4. Folgerungen
  • Armut wird so gesehen zum „Sprengsatz der Gesellschaft“ Zitat Hilmer Infratest (Studie Friedrich Ebert Stiftung)
  • Die Grenzen organisierter Sozialarbeit sind erreicht
  • Das Problem ist nur lösbar durch einen
    neuen gesellschaftlichen Konsens, ein neues Miteinander zwischen
    • den politisch verantwortlichen Ebenen
    • den großen gesellschaftlichen Gruppen
    • den freien Trägern des Sozialwesens und
    • ein neues bürgerschaftliches Engagement, das
      • Empathie erzeugt, soziale Wärme vermittelt, Aufmerksamkeit schärft und Armutsmilieus begleitet

5. Folgerungen der Katja Ebstein Stiftung
Die Stiftung ist bereit, an einem neuen Miteinander in der Menschengemeinschaft mitzuwirken durch
  • öffentliche Aufmerksamkeit auf die Kinderarmut lenken, die nicht anklagt, sondern aufnimmt, was getan werden muss
  • Aufbau eine starken „Kinderlobby“, z.B. im Bündnis „Gesund aufwachsen in Brandenburg“, oder in Kooperation mit „Berlin gegen Gewalt“
  • direkte Hilfen und Wahlverwandtschaften mit
    • Netzwerken und Initiativen, die sich dieser Aufgabe widmen
    • Entwicklung und Verbreitung eigener Angebote zu positiver Lebenserfahrung und damit zur Stärkung der Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen, insbesondere wenn es um förderliche Freizeitangebote und Ferienmaßnahmen geht. Dies umfasst auch interkulturelle Angebote zum Abbau von Vorurteilen

© 2007 Katja Ebstein Stiftung


» Bericht downloaden (PDF, 478 KB)
» zurück zur Übersicht
Unsere Partner
Logo: Wall AG



Logo: VELOTAXI



Logo: UnternehmensTexte



Logo: Scholz & Friends Berlin



Logo: Land Brandenburg



Logo: Die Marke Berlin